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Opel und die böse Insolvenz

Opel… arme Tochter von GM die ums überleben bangen muss.

Kurz zum Hintergrund:
Vor geraumer Zeit (Anfang des 20. Jahrhunderts) wurde die deutsche Firma Opel von GM gekauft. Und seitdem komplett in den Konzern assimiliert. Was da jetzt wem gehört und wer wessen Bilanzen aufhübscht kann nicht mehr festgestellt werden. Fakt ist das GM eigentlich tot ist und nur noch mittels Finanzspritzen der amerikanischen Regierung am Leben gehalten wird. Grund für die Schieflage ist eine vollkommen verfehlte Modellpolitik und Missmanagement über die letzten Jahrzente.

Und jetzt geht die Angst um das GM Opel mit in den Abgrund reisst.


Bereits zu Beginn der Finanzkrise in 2009 hat die Regierung Opel als "systemrelevant" eingestuft und eine Rettung in betracht gezogen. Hier geht es um die Angst das der Bankrott von Opel auch die komplette nachgelagerte Industrie betreffen würde. Unglaubliche Zahlen von Mitarbeitern wären betroffen. Sagt man und die Politiker erklären es einem auch sehr gerne.

Also werden Zahlungen an Opel geleistet. Aber immer mit dem Versuch das Geld nicht in Amerika/GM versanden zu lassen. Mittlerweile ist man soweit das GM die Patente an Opel überschrieben hat und eine Loslösung vom Konzern stattfinden könnte. Man geht davon aus das Opel mit diesen Patenten eine gesunde und funktionierende Firma ist die sich am Markt behaupten könnte.

Das Problem ist aber das Opel nach einer Loslösung insolvent wäre da es Schulden aus dem GM-Konzern überschrieben bekommt. Der Kuhhandel das GM der Trennung zustimmt. Sonst müsse man GM eine gewisse Philantropie unterstellen die faktisch als amerikanisches Unternehmen nicht möglich ist. Ergo muss ein Investor her der Opel unter die Arme greift. Zur Auswahl standen bis zu vier Stück: FIAT (it. Autobauer), Magna (kan./öst. Automobilzulieferer), Ripplewood (am. Finanzinvestor) und BAIC (chin. Autobauer). Was die einzelnen Firmen mit ihrer Investition bezwecken ist noch unklar.

Und jetzt kommt die Frage warum ich das schreibe: Was spricht denn gegen eine Insolvenz?

Also für die Arbeitsplätze sähe es doch eh mau aus. FIAT bietet in den gleiche Klassen wie Opel Modelle zum Kauf an. Warum sollten sie sich Konkurrenz im eigenen Haus machen? Synergien? Klar, aber doch bitte so das die FIAT-Arbeitsplätze überleben und nicht die von Opel. Alles andere wäre doch den italienischen Bürgern nicht zu vermitteln. Hier geht es um Technologie (Patente) und Geld (Bürgschaften der Bundesregierung). Am besten sieht es vermutlich noch bei Magna aus. Da es sich um einen Automobilzulieferer handelt brauchen sie Opel um ihre Produkte zu verkaufen. Hoffentlich wollen die nicht auch nur Technologie und Geld.

Und die Preisfrage ist: kann Opel überhaupt existieren?

Ist die Firma überhaupt lebensfähig? Straffe Prozesse, schlanke Strukturen etc.? Oder wandert man eh in eine Insolvenz die keiner will mit dem Unterschied das man dann einem Investor die Tür geöffnet hat der Patente und Geld herauszieht? Siehe Siemens und Benq und den Technologietransfer an eine Benq-Tochter vor dem Bankrott!

Sollte man nicht vielleicht die Gelegenheit nutzen und Opel sanieren? Dafür gibt es doch das Insolvenzrecht. Aber das ist natürlich nicht populär bei der Wahl im Herbst. Da stellt man sich lieber hin und behauptet das die Insolvenz das schlimmste wäre was passieren kann.

Aber mal ehrlich: Opel ist insolvent! Denn Insolvenz bedeutet nur Zahlungsunfähigkeit und das trifft doch zu? Warum dann nicht sanieren und hoffen das es gut ausgeht. Wenn FIAT oder Magna mit Opel fertig sind weil sie entweder a) haben was sie wollen oder b) es einfach so nicht schaffen müssen wir es trotzdem tun. Warum der Umweg über einen Investor.

Und bevor ich es vergesse:
Ich erspare mir zu erklären was ich von der Quimonda-Rettung und der Scheffler-Übernahme halte. Man kann aus den obigen Ausführungen gerne selbst seine Analogien ziehen. Eine Firma die keiner will und nur existierte weil die EU sie finanzierte. Eine andere Firma bei der man spekuliert und sich masslos überschätzt hat.

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